Ratgeber

Urlaubsanspruch bei Teilzeit berechnen – mit Rechner

Wie viele Urlaubstage hat eine Mitarbeiterin mit drei Arbeitstagen? Formel, Beispiele aus dem Salonalltag und was gilt, wenn sich die Arbeitstage im Jahr ändern.

Stand: September 2026 · Lesezeit ca. 5 Minuten

Kurz gesagt

  • Gesetzlich stehen jedem Beschäftigten mindestens 24 Werktage Urlaub zu – gerechnet auf eine Sechs-Tage-Woche von Montag bis Samstag.
  • Teilzeitkräfte haben denselben Urlaub in Wochen wie Vollzeitkräfte. Die Zahl der Tage richtet sich nach ihren Arbeitstagen.
  • Formel: Urlaubstage = Jahresurlaub × eigene Arbeitstage pro Woche ÷ Arbeitstage der Vergleichswoche.
  • Ändern sich die Arbeitstage im Laufe des Jahres, wird für die Zeit davor und danach getrennt gerechnet.

Der gesetzliche Mindesturlaub

Das Bundesurlaubsgesetz garantiert jährlich mindestens 24 Werktage Urlaub (§ 3 BUrlG). Werktage sind alle Tage außer Sonn- und Feiertagen – also Montag bis Samstag. 24 Werktage entsprechen damit genau vier Wochen. Bei einer Fünf-Tage-Woche sind das 20 Arbeitstage, bei vier Arbeitstagen 16, bei drei Arbeitstagen 12.

Viele Salons gewähren mehr – oft regelt das der Arbeitsvertrag oder ein Tarifvertrag. Entscheidend ist dann die vertragliche Zahl.

So berechnen Sie den Urlaub bei Teilzeit

Teilzeitkräfte dürfen nicht schlechter gestellt werden (§ 4 TzBfG). Sie erhalten denselben Urlaub in Wochen, nur auf ihre Arbeitstage umgerechnet:

Urlaubstage = Jahresurlaub (Vollzeit) × Arbeitstage pro Woche ÷ Arbeitstage der Vollzeitwoche

Beispiele aus dem Salon

  • Vollzeit im Salon: 30 Tage bei einer Fünf-Tage-Woche. Teilzeit an 3 Tagen: 30 × 3 ÷ 5 = 18 Urlaubstage.
  • Teilzeit an 4 Tagen: 30 × 4 ÷ 5 = 24 Urlaubstage.
  • Nur gesetzlicher Mindesturlaub, Samstagsaushilfe an 1 Tag: 24 × 1 ÷ 6 = 4 Urlaubstage – also vier freie Samstage.
  • Jeder zweite Samstag frei (abwechselnd 4 und 5 Tage, im Schnitt 4,5): 30 × 4,5 ÷ 5 = 27 Urlaubstage.

Wichtig: Wer an gleich vielen Tagen, aber kürzer arbeitet (zum Beispiel fünf Tage à vier Stunden), hat genauso viele Urlaubstage wie eine Vollzeitkraft. Es zählt die Zahl der Arbeitstage, nicht die Stunden.

Urlaubsrechner

Urlaubsanspruch: 18 Tage pro Jahr

Wenn sich die Arbeitstage im Jahr ändern

Wechselt eine Mitarbeiterin zum Beispiel im Sommer von fünf auf drei Tage, wird der Urlaub für die Zeiträume getrennt berechnet. Nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs und des Bundesarbeitsgerichts darf Urlaub, der vor dem Wechsel schon erworben wurde, nicht nachträglich gekürzt werden. Für die Monate danach gilt die neue Zahl an Arbeitstagen.

Beispiel: 30 Tage Jahresurlaub, bis 30. Juni fünf Tage, ab 1. Juli drei Tage pro Woche: 30 × 5 ÷ 5 × 6/12 = 15 Tage plus 30 × 3 ÷ 5 × 6/12 = 9 Tage, zusammen 24 Tage.

Eintritt, Austritt und Bruchteile

  • Den vollen Urlaubsanspruch gibt es erstmals nach sechs Monaten Beschäftigung (Wartezeit, § 4 BUrlG).
  • Ein Zwölftel pro vollem Monat gibt es, wenn die Wartezeit im Kalenderjahr nicht erfüllt wird, bei Ausscheiden vor Ablauf der Wartezeit oder bei Ausscheiden in der ersten Jahreshälfte (§ 5 Abs. 1 BUrlG). Wer nach erfüllter Wartezeit in der zweiten Jahreshälfte ausscheidet, behält den vollen gesetzlichen Mindesturlaub.
  • Ergibt die Teilurlaub-Rechnung mindestens einen halben Tag, wird auf einen ganzen Tag aufgerundet (§ 5 Abs. 2 BUrlG). Kleinere Bruchteile verfallen nicht einfach – sie werden in der Praxis stundenweise gewährt oder großzügig aufgerundet.
  • Auch Minijobber und Aushilfen haben Anspruch auf bezahlten Urlaub.

Urlaubsanspruch automatisch aus den Arbeitstagen

  • Urlaubstage werden aus dem Arbeitszeitplan berechnet – auch bei „jeder 2. Samstag frei“
  • Vertragsänderung mit Vorher-Nachher-Vergleich und neuem Urlaubsanspruch
  • Resturlaub, Übertrag und Verfall immer aktuell
  • Urlaubsanträge am Handy mit Besetzungsprüfung

Häufige Fragen

Zählt der Samstag als Urlaubstag?

Wenn die Mitarbeiterin samstags arbeitet, ja. Maßgeblich sind immer ihre persönlichen Arbeitstage.

Hat eine Teilzeitkraft weniger Urlaub?

In Tagen ja, in Wochen nicht. Drei Wochen Urlaub bedeuten für eine Drei-Tage-Kraft neun Urlaubstage – und genauso drei Wochen frei wie für die Vollzeitkollegin.

Was gilt, wenn der Arbeitsvertrag nichts regelt?

Dann gilt der gesetzliche Mindesturlaub von 24 Werktagen, umgerechnet auf die Arbeitstage – oder ein anwendbarer Tarifvertrag.

Verfällt nicht genommener Urlaub?

Nur, wenn Sie Ihre Mitarbeiterin rechtzeitig auf den Resturlaub und den drohenden Verfall hingewiesen haben. Ohne diesen Hinweis bleibt der Anspruch bestehen.

Quellen

Stand: September 2026. Dieser Ratgeber gibt einen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung. Tarifverträge, Betriebsvereinbarungen oder Regeln Ihrer Kammer können abweichen. Bei konkreten Fragen wenden Sie sich an Ihre Handwerkskammer, Innung, die BGW oder eine Fachanwältin für Arbeitsrecht.

Ratgeber

Das könnte Sie auch interessieren

⏱️

Arbeitszeiterfassung im Friseursalon: Was ist Pflicht?

Arbeitszeiten müssen auch im kleinen Salon erfasst werden – und seit dem 30.

Weiterlesen →

🧴

Hautschutzplan im Friseursalon: Pflichten und Praxis

Hautschutzplan, Handschuhe, Feuchtarbeit und Vorsorge: Was die TRGS 530 und die BGW vorschreiben – und wie Sie Ihr Team wirksam schützen.

Weiterlesen →

🎓

Das digitale Berichtsheft im Friseurhandwerk

Darf das Berichtsheft digital geführt werden? Was im Ausbildungsvertrag stehen muss, wie oft Sie abzeichnen sollten und warum es für die Gesellenprüfung zählt.

Weiterlesen →

Überzeugen Sie sich selbst.

Testen Sie HeadOffice 30 Tage kostenlos mit Ihren eigenen Daten – oder schauen Sie sich sofort unseren Beispielsalon an. Unverbindlich, die Testphase endet automatisch.